Von wegen verstaubte Bücher - Besuch des Literaturmuseums Wien

Rezension von Hanna Klein

 

Das Literaturmuseum befindet sich im Grillparzerhaus und ist Teil der Österreichischen Nationalbibliothek. In der Ausstellung wird österreichische Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart vermittelt. Das Museum hat täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, an Donnerstagen sogar bis 21:00 Uhr. Der Eintritt für Besucher unter 19 Jahren ist kostenfrei.

 

 

Bild.Hanna.3.jpgFür die Rundgänge durch die Ausstellungsräume stellt das Museum kostenlos Tablets und Headsets zur Verfügung, welche mit Textbeispielen, Videos und Audiobeiträgen durch die Ausstellung führen. Darunter sind Film-, Musik- oder Hörbuchausschnitte, historische Stimmaufnahmen, sowie Briefe, Aufsätze und Bilder. Gelegentlich sind auch interaktive Spiele eingebaut, in denen sich der Besucher zum Beispiel in der Schreibwerkstatt oder als Graffitikünstler versuchen kann. Die Ausstellung zieht sich über drei Stockwerke. Dabei befindet sich im 3. Stock eine wechselnde Sonderausstellung. Die Ausstellungsräume sind gestaltet wie eine Bibliothek, mit Gängen aus Regalen, die bis unter die Decke reichen. An diesen Regalen sind überall Fernsehbildschirme, Schaukästen und Informationstafeln angebracht. Teilweise werden auch handschriftliche Arbeiten, Habseligkeiten von verschiedenen Schriftstellern und 3D-Modelle ausgestellt. In einem angrenzenden Raum ist das originale Arbeitszimmer des österreichischen Dramatikers und Archivdirektors Franz Grillparzer zu sehen.

 

 

Bild.Hanna.1.jpgOptisch wirkt diese Einrichtung des Museums für den Betrachter sehr eindrucksvoll und ansprechend. Von einem Literaturmuseum habe ich persönlich eine alte verstaubte Bibliothek, in der man nichts berühren darf, erwartet. Allerdings wirkt die Masse an Ausstellungsinhalten teilweise erschlagend. Ich hatte oft einfach keine Lust mehr, mir manche Beiträge vollständig anzusehen. An jeder Wand wird ein anderer Schriftsteller vorgestellt, zu dem mindestens ein Schaukasten mit Beispielwerken oder Besitztümern angebracht ist.

 

Bild.Hanna.2.jpgEine Schautafel und ein Bildschirm sowie 3 bis 6 zugehörige Video-, Audio- und Textbeiträge auf dem Tablet bieten noch weitere Informationen. Mit unserer Gruppe hatten wir zudem nur eine Stunde Zeit und konnten somit nur stichpunkthaft, mal mehr, mal weniger in verschiedene Räume und Themen hineinschnuppern. Wer entspannt durch die gesamte Ausstellung gehen möchte, sollte einen längeren Aufenthalt einplanen oder das Museum mehrmals besuchen. Über die Beiträge, mit denen ich mich beschäftigt habe, kann ich aber sagen, dass sie sehr verständlich präsentiert wurden und eine interessante Auswahl an Anschauungsmaterial geboten haben. Von der Wienerin Ida Pfeiffer, eine abenteuerlustige Schriftstellerin, die sich auch alleine in gefährliche Länder gewagt hat, wurde zum Beispiel ihre Schutzmaske und ein abgebrochener Regenschirmgriff ausgestellt. Mit diesem Regenschirm hatte sie sich gegen einen Messerangriff auf einer ihrer Reisen verteidigt und den abgebrochenen Griff seit diesem Vorfall immer bei sich getragen.

 

Wer einen Besuch des Literaturmuseums plant, muss sich zuvor nicht besonders mit österreichischer Literatur auskennen. Die Ausstellung kann für jeden interessant sein, wenn man die Beiträge spontan auf sich wirken lässt. Im Großen und Ganzen hat mir die Ausstellung gut gefallen, da sie sehr modern gestaltet ist und aus vielen verschieden Medien und Beiträgen besteht. Daher würde ich einen Besuch des Literaturmuseums weiterempfehlen.

 

 

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