„Lebenskunst-Exkursion“

 

Drei Tage verbrachten die 16 Schülerinnen und Schüler des P-Seminars Lebenskunst, praktische Philosophie und Psychologie, Entwicklung von Gestaltungsbewusstsein, in einem Naturschutzgebiet, auf dem Höllbachhof.

 

Gleich zu Beginn legten wir das letzte Stück Weg zu Fuß, in großem Abstand voneinander zurück, so dass sich jeder für sich auf die Natur einstimmen konnte, deren großen Flusssteine uns bereits spüren ließen, dass sie schon lange vor uns waren und auch noch lange nach uns sein werden!

 

Gemäß dem Motto von J. Hillmann: „Jeder Mensch ist eine gute Idee, die Wirklichkeit werden will“, ging es darum, sich selbst als Projekt zu begreifen.

 

Es wurde Fragen nachgegangen, z. B., wo sind wir kollektiv und individuell gebunden, inwiefern ist Bewusstsein ein Schlüssel zu mehr Freiheit? Mein Leben, wer lebt es, wenn nicht ich, wer dann? In was für einer Welt wollen wir leben?

 

Es war vereinbart worden Geld, Handy & Co zuhause zu lassen. Bei unserer Selbstversorgung beschränkten wir uns auf natürliche Nahrungsmittel und genossen die leckeren Malzeiten, die unsere Kochgruppen zubereiteten. Wir versuchten mal wieder ganz echt zu leben, eins zu eins mit unseren Mitmenschen, in der Gemeinschaft und mit der Natur, aber auch ehrlich mit uns selbst – ein Bändchen am Arm unterstützte uns darin, Seitenwechsel war angesagt, sobald man gedanklich oder verbal in den „Minusbereich“ abglitt.

 

Dem entsprechend war auch das Fazit einer Schülerin, dass es für sie eine wesentliche Erfahrung war, zu erleben, wie wenig es letztlich braucht …

 

Als Lehrkraft war für mich erstaunlich, dass, obwohl es sich um Jugendliche vom „Lande“ handelt, in der Abschlussrunde mehrfach geäußert wurde, dass sie erstmalig einen wirklichen Zugang zur Natur gefunden haben und für sie spürbar wurde, dass sie in etwas Größeres eingebettet sind, für das sie auch mehr Verantwortung übernehmen wollen. Beeindruckt von der Offenheit der Schüler und mit einem herzlichen Dank an OStR Schiller, der uns begleitete blicke ich auf ein Wochenende der „Lebensschule“ zurück.

 

Ob Gruppenprozess, tiefgreifende Partnerübungen, Einzelarbeit, Körperarbeit, Yoga, Meditation, die Arbeit mit Bildern, künstlerisch und imaginativ, die Solozeit in der Natur (vier Stunden mit einer Fragestellung allein!), das Lösen von Blockaden, der Umgang mit Beinen übersäht mit Bienenstichen, weil man in ein Erdbienennest getreten ist, alles diente letztlich dem Aufbruch uns auf den Weg zu machen, der zu werden, der wir sein könnten, denn wer in sich selbst beheimatet ist, wird der Welt auch am meisten zu geben haben.

 

 

 

Juliane Černohorsky-Lücke

 

 

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