Das Höhlengleichnis – Immer noch topaktuell

 

„Kann der Mensch die Wahrheit erkennen?“ Dies stellt bereits in der Antike eine zentrale Fragestellung in Platons berühmtem „Höhlengleichnis“ dar. Um dieses Gleichnis zu verbildlichen, setzten sich die Schüler der Q12 im Religionsunterricht von Frau Spreider im Rahmen einer Gruppenarbeit mit dieser Geschichte auseinander. Am Ende des Projekts stellten die Gymnasiasten ihre traditionellen und modernen Versionen des Gleichnisses in Theaterstücken vor.

 

Inhaltlich geht es um die eingeschränkte Sichtweise der Menschen, sowie deren Widerwillen, eine andere Wahrheit als ihre gewohnte zu akzeptieren. 

 

Drei Menschen, die in einer unterirdischen Höhle gefangen sind, wurden ihr ganzes Leben lang so gefesselt, dass sie nur geradeaus auf eine Wand schauen können. Hinter ihnen befindet sich ein Feuer und zwischen diesem und den Gefangenen ist ein Weg. Die Schatten, die durch das Feuer auf der Wand entstehen, zeigen folglich allein die Umrisse der Menschen, Tiere und Statuen, die diesen Weg passieren. Somit repräsentieren diese die einzige Welt, die jene Gefesselte kennen und somit auch die einzige Wahrheit, die sie begreifen können. Wird einer von diesen Dreien aber nun befreit, aus der Höhle geschleppt und gezwungen, in das Licht zu schauen, würde er vorerst nichts sehen, da er all die Jahre in der Dunkelheit der Höhle gelebt hat. Doch nach einiger Zeit begänne er, sich an das helle Licht zu gewöhnen und die Welt um sich herum immer mehr zu begreifen und schließlich würde er sogar erkennen, dass die Welt, in welcher er aufgewachsen war, schlichtweg eine Scheinwelt war. Würde dieser Befreite jedoch wieder in die Höhle zurück steigen und den Anderen von der wahren, echten Welt erzählen, dann würden diese ihn für verrückt erklären und sagen, ihm habe die Welt oben die Augen verblendet; sie würden diese Wahrheit nicht akzeptieren und beim Versuch des Freigelassenen die Gefesselten zu befreien, würden sie ihn wahrscheinlich töten, da sie nicht ebenso verrückt und verblendet werden wollten.

 

Dieses Gleichnis lässt sich nun auch in einen modernen Kontext setzen, wie eine Gruppe herausfand, denn heutzutage beginnen immer mehr Menschen, sich ihre eigene Scheinwelt aufzubauen und in dieser zu leben.

 

Ein aktuelles Beispiel dafür sind die sozialen Netzwerke und das Internet allgemein. Durch Facebook unterwirft sich der User einer „Nabelschau“, da er nur Themen sieht, die ihn selbst interessieren und somit meint, dass diese die Wichtigsten seien. Zwanzig Datenpunkte sind ausreichend, um einen Menschen berechnen zu können. Wo er lebt, was er kauft, wohin er reist, mit wem er spricht, was er mag, wen er liebt – all das ist in den Computernetzwerken längst über uns gespeichert und wird so ausgewertet, dass wir vorhersagbar werden. Der Computer weiß, wie wir entscheiden werden, bevor wir das selbst wissen. Wir kaufen Bücher, die Amazon uns vorschlägt, wir hören Musik, die Apple uns empfiehlt, wir befreunden uns mit Menschen, die Facebook für passend hält.

 

Dadurch begibt der Mensch sich in eine Art Höhle, nimmt nur noch die Schatten der Wirklichkeit wahr und vergisst die Sonne, das wahre Leben.

 

Wir sollten uns vergewissern, dass wir alle von dieser eingeschränkten Sichtweise betroffen sein können und deswegen selbst die Welt erforschen sollten und nicht nur auf das vertrauen, was uns von anderen Menschen und den Medien gesagt wird. Die Welt ist nämlich viel mehr als das, was wir über andere wahrnehmen.

 



Maxi Meier, Lisa Biberger

 

 

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