Kleidung bewusst einkaufen

 

Auf Einladung der Fairtrade Steuerungsgrupppe Mainburg um Sprecherin Elisabeth Krojer machte kürzlich der Baumwoll-Projektmanager für Fairtrade, Shailesh Patel, Station in der Hopfenstadt. Am Gabelsberger-Gymnasium sprach der Inder die Vorteile von Fairtrade für die Baumwoll-Kleinbauern in Indien und regte dabei auch zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten in Sachen Mode und Kleidung an.

 

Schulleiter Max Leppmeier hieß den Referenten in der Mensa willkommen.

 

Kleidung ist etwas, das uns alle betrifft. Die sogenannte „Fast Fashion“ Welle sorgt dafür, dass in der Modeindustrie ohne ethische Überlegungen ständig neue Kollektionen für den Massenmarkt produziert werden, deren Herstellung mehr als fragwürdig ist und die das Leben und Überleben vieler örtlicher Bauern und Arbeiter gefährdet. Deshalb täte es der Modebranche sicherlich gut „zur Besinnung zu kommen“, wie es Elisabeth Krojer, Sprecherin der Mainburger Fairtrade Gruppe formulierte. So drastisch es klingt, am Großteil der Kleidung die wir kaufen, klebt das Blut der Arbeiter.

 

Besonders für die Achtklässler, in deren Lehrplan in Erdkunde das Thema "Entwicklungsländer" zentraler Bestandteil ist, war der Vortrag für den Unterricht eine Bereicherung. So erfuhren sie die Vorteile von Fairtrade für die örtlichen Bauern insbesondere in der Anschaffung neuer Arbeitsgeräte, der technischen Unterstützung zur Steigerung der Produktivität und Profitabilität beim Baumwollanbau. Die Umstellung auf Bio-Anbau ermöglicht außerdem den Ausschluss von gentechnisch modifiziertem Saatgut.

 

Dass Shailesh zu Gast war, ist Ergebnis einer Erfolgsgeschichte: Über mehrere Jahre haben die Bauern in Indien daran gearbeitet, sich als selbständige, demokratisch organisierte Gruppe zu verbinden. Vorher haben sie als Fairtrade-zertifizierte Vertragsproduzenten zwar bereits von stabilen Preisen profitiert, aber erst jetzt als Kooperative verhandeln sie selbst die Verträge mit Aufkäufern der Baumwolle und entscheiden autonom über die Entwicklung ihrer Organisation.

 

Mittlerweile ist die Vielfalt an Fairtrade Produkten auch in Mainburg sehr gewachsen. So gibt es einige Geschäfte, in denen beispielsweise „Biokleidung“, also aus fairem Handel stammende Mode, gekauft werden kann. Diese erkenne man an dem typischen Fairtrade Logo, erklärt Elisabeth Krojer. Fairtrade Kleidung wird aus kontrolliert biologisch angebauten Rohstoffen angefertigt und mit unbedenklichen Farbstoffen gestaltet.

 

Beim ökologischen Anbau von Baumwolle zum Beispiel kommen keine Pestizide zum Einsatz. Bei der Bewässerung der Plantagen wird weniger Wasser benutzt. Nachwachsende Rohstoffe wie Mais und Soja oder moderne Verfahren wie Recycling gehören auch zur Herstellung von ökologischen Textilien. Ziel des Vortags war es nicht zuletzt, den Schülern zu vermitteln, dass jeder mit seiner Kaufentscheidung einen bewussten Beitrag zu einer besseren Welt leisten kann.

 

Im Anschluss an den Vortrag herrschte ein großer "Run" auf den Waffelstand, an dem es "Faire Waffeln", zubereitet nur mit fairtrade zertifizierten Zutaten, für die Schuler zu kaufen gab.

 

 

 

 

 

Text und Bilder: Simone Huber

 

 

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