„Indiohilfe Ecuador“ –
Entwicklungszusammenarbeit aus erster Hand

Geographieunterricht am GGM bietet Einblicke in ein konkretes Entwicklungshilfeprojekt

Dank des Engagements von Sandra Kiermeier, Schülerin der Q12 am Gabelsberger-Gymnasium Mainburg, erhielt ein Geographiekurs der Oberstufe vor kurzem einen Überblick über die Struktur und die Ziele des Entwicklungshilfeprojektes „Indiohilfe Ecuador“. Unterstützt wurde sie dabei von Herrn Pfarrer Werner Gallmeier aus Stallwang, der sich zusammen mit seinem Bruder Max Gallmeier seit über 30 Jahren für menschenwürdige Lebensverhältnisse der Indios in der Provinz Bolivar/Ecuador einsetzt.

 

Entwicklungszusammenarbeit ist als Thema im Lehrplan der Oberstufe des Faches Geographie zu Recht fest verankert. In einer Welt, in der globaler Warenaustausch selbstverständlich ist, sind globale Mitverantwortlichkeiten für die Produktionsbedingungen dieser Waren und davon abhängiger Lebensbedingungen der Menschen in den sogenannten „Dritte-Welt-Staaten“ eine logische Schlussfolgerung. Bananen beispielsweise, des Deutschen liebste Frucht, sind ein zentrales Exportprodukt Ecuadors, das überwiegend von Plantagen stammt, auf denen indigene Lohnarbeiter mit ihren Familien häufig weit unter der Armutsgrenze von zwei Euro am Tag leben müssen.

 

Doch wie soll konkret geholfen werden? Welche Konzepte führen tatsächlich zu einer dauerhaften Verbesserung der Lebenssituation der Indios in diesen Ländern, die teilweise bis in die Gegenwart als Menschen 2. Klasse behandelt werden? Die Brüder Max und Werner Gallmeier, die bereits 1981 die „Indiohilfe Ecuador“ (Näheres unter http://www.pfarrei-stallwang.de/indiohilfe) gegründet haben, geben darauf eine klare Antwort: Geholfen wird v.a. denjenigen, die sich selbst helfen wollen! Herr Werner Gallmeier, der in der Gemeinde Stallwang bei Straubing als Pfarrer tätig ist und dessen Aufgabe innerhalb der Organisation es ist Helfer aus Deutschland und Spendengelder zu akquirieren, illustrierte das mit einem einleuchtenden Beispiel: Max Gallmeier und seine Mitarbeiter, die vor Ort in Ecuador die Indios unterstützen, helfen z.B. beim Bau einer Grundschule nur dann, wenn praktisch die ganze Gemeinde bereit ist mit anzupacken und auch Verantwortung für die konkrete Ausgestaltung mit zu übernehmen. Nur dann kann davon ausgegangen werden, dass es zu einer so hohen Identifikation mit dem Projekt kommt, dass dieses dauerhaft betrieben und fortentwickelt wird. Dem Paradigma „Unterstützung bei der Selbsthilfe“ sind auch fast alle anderen Hilfsmaßnahmen verpflichtet, denen sich die Brüder verschrieben haben. Als weiteres Beispiel sei der Betrieb von Ausbildungsstätten für zentrale Handwerksberufe wie Schreiner, Hauswirtschafter, Landwirt oder Schneider genannt, deren Absolventen so qualifiziert sind, dass sie bisher alle im ecuadorianischen Arbeitsmarkt untergekommen sind und somit der weit verbreiteten Armut im Land entfliehen und ihrerseits anderen helfen konnten. Dem christlichen Selbstverständnis der Organisation entspricht es, dass darüber hinaus natürlich auch diejenigen unterstützt werden, die sich nicht selber helfen können: Kranke, Waise, Behinderte oder alte Menschen. Hier wird für ausreichend Nahrung, Pflege und Zuwendung gesorgt.

 

Die Schülerinnen und Schüler der Q11 waren beeindruckt von dem Engagement der beiden Brüder  und wollten im Anschluss an die Ausführungen von Sandra Kiermeier und Werner Gallmeier v.a. wissen, wie sie selbst helfen könnten: Eine erste Möglichkeit bietet hier die finanzielle Unterstützung über Spenden - mit der Sicherheit, dass die Gelder zu 100% den Indios zu Gute kommen, da die Organisatoren vollständig ehrenamtlich arbeiten und Max Gallmeier als Zentralfigur in Ecuador von einem Gönner unterstützt wird. Zweitens kann jeder, der etwas kann, vor Ort helfen, so haben schon so manche aus dem Bekanntenkreis der Referenten Fortbildungen in den Lehrwerkstätten der Indiohilfe abgehalten, z.B. im Metzgerhandwerk. Immer hilfreich ist es zum Dritten, beim Einkauf von Gütern auf entsprechende Siegel zu achten, die häufig neben ökologischen auch soziale Mindeststandards im Produktionsprozess garantieren.

 

Ein herzlicher Schlussapplaus zeigte den Referenten, dass es den Schülern wichtig war über die Existenz der Indiohilfe informiert worden zu sein, Entwicklungshilfe hatte ein sympathisches Gesicht bekommen.

 

 

 

 

OStR Fiesel

 

 

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