Exkursion zum GEO-Zentrum an der KTB

(Kontinentale Tiefbohrung bei Windischeschenbach)

 

 

Jahrtausende lang beherrschte das Feuer das Land, türmte Berge aus Asche, Schlacken und Lavaströmen auf. Wo das Feuer auf seinem Weg durch die Erde an die Oberfläche trat, kam es zu gewaltigen Explosionen. Tiefe Krater wurden ausgesprengt. Fotografen wagen sich heute für spektakuläre Bilder in die gefährliche Nähe von Eruptionen, Künstler arbeiten mit bizarren vulkanischen Produkten und in manchen Ländern werden Vulkane sogar religiös verehrt.

 

Schon sehr lange weiß man, dass bei der Erdentstehung vulkanische Aktivität für die Bildung der Erdkruste mitverantwortlich war. Jedoch konnten erst mit der Theorie der Plattentektonik, die sich in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts in der Wissenschaft etablierte, die Ursachen von Vulkanen, ihre Verteilung auf der Erde sowie ihr Eruptionsverhalten genauer erklärt werden.

 

Der Geographiekurs Q12 von Frau Bindan sollte diese Ursachen, Hintergründe und Auswirkungen im GEO-Zentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung (KTB) bei Windischeschenbach am 07.11.2018 genauer untersuchen. Neben einer Auseinandersetzung mit theoretischen Grundlagen diente die Exkursion zudem auch als Anregung, sich mit dem inneren Aufbau der Erde sowie den heute noch sichtbaren Zeichen in der näheren Umgebung der KTB zu beschäftigen.  

 


Wir wissen heute, dass die Dynamik des gesamten Erdkörpers aufgrund des Schalenaufbaus der Erde zu einer Bewegung der Lithosphärenplatten, der steifen äußeren Haut unseres Planeten, führt. Ungefähr ein Dutzend dieser starren Platten bewegen sich mit mehreren Zentimetern pro Jahr – etwa so schnell wie unsere Fingernägel wachsen – auf der kugelförmigen Erdoberfläche, und die in die driftenden Platten eingeschlossenen Kontinente werden dabei mitgeschleppt. Die Plattengrenzen sind durch starke Erdbebenaktivität gekennzeichnet, ein Ausdruck der mechanischen Spannungen an diesen mobilen Zonen der Erdkruste.

 

Aufgeteilt in fünf Gruppen ermittelten die 24 Schüler der Oberstufe am Vormittag beispielsweise mithilfe von Filmsequenzen, Kontinentaldrift-Puzzle, Lavalampe und Reliefglobus nicht nur den Schalenbau der Erde, sondern erläuterten in Präsentationen auch den Zerfall des Urkontingents Pangäa oder die Ursachen zu den verschiedenen Plattengrenzen im Pazifischen Ozean.


Tief-Schürfend: Die kontinentale Tiefbohrung


9.101 m – bis in diese Tiefe konnte die Hauptbohrung der KTB von 1990 bis 1994 (dem damals tiefsten Loch der Erde) zur Erkundung der kontinentalen Erdkruste vorangetrieben werden. Dann wurde das Gestein in der Tiefe zu plastisch, um den Bohrkopf noch weiter bis in die ursprünglich angestrebte Tiefe von etwa 12.000 m voranbringen zu können. Mit nicht unerheblichen Kosten von etwa 271 Millionen Euro konnten dabei enorme wissenschaftliche Erkenntnisse über die Nahtstelle verschiedener Teile der Erdkruste gewonnen werden, denn in dieser Region schob sich die Urafrikanische Platte gegen die Eurasische und hob vor Millionen vor Jahren das Variszische Gebirge empor – höher als das heutige Himalaya-Gebirge, aber inzwischen durch Erosionsvorgänge abgetragen.

 

 

Bei Windischeschenbach jedoch ergab sich durch die KTB die Möglichkeit, diese beiden kontinentalen Platten durch deren Übereinanderschieben in der Erdkruste durchbohren und so neue wissenschaftliche Erkenntnisse erhalten zu können. Diese und weitere Informationen lieferte Herr Uhland, ein Oberpfälzer Original, der geduldig mittels vieler Hintergrunderläuterungen durch die Ausstellung des GEO-Zentrums sowie der Außenanlage des Bohrturms führte. So vollzogen die Schüler nicht nur die Erfahrung einer Erdbebensimulation verschiedener seismischer Bewegungen nach, sondern erhielten auch Einblick in die technischen Abläufe der Bohrung.

 

600 Millionen Jahre Erdgeschichte in der Geländeführung

 

Mit dem Bus ging es danach gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Leiter des GEO-Zentrums, Dr. Holzförster, zu geologischen Besonderheiten der Umgebung. Neben einer bedeutenden Bruchzone, die in der Landschaft deutlich ins Auge sticht, stand ein Besuch beim „schönsten Basaltkegel Europas“, wie einst schon Alexander von Humboldt anerkennend feststellte, auf dem Programm. Glutflüssiges Magma, welches vor vielen Millionen Jahren in die Oberpfälzer Erdkruste eindrang und dort in großer Tiefe erstarrte, prägt heute diesen Basaltkegel, welcher durch die intensive Verwitterung ringsherum an der Erdoberfläche zu besichtigen ist.

 

 

 

 

 

 

Text/Bilder: U.Bindan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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