Berufsinformationstag der Q11 am 20.9.2018


Zu dem bereits zur Tradition am GGM gewordenen Q11-Tag (Berufsinformationstag der Q11) konnten wir wieder die Referenten Florian Lohrentz (Kaufmännischer Leiter des Instituts für angewandte Weiterbildung [IAW] an der Technischen Hochschule Ingolstadt) und Dr. Joachim Schulz (Agentur für Arbeit Regensburg, Team akademische Berufe) willkommen heißen. Unser Schulleiter Herr OStD Wildgans hob in seiner Begrüßung die steigende Bedeutung der Berufs- und Studienorientierung hervor, die sich nicht nur an solchen Veranstaltungen wie einem Berufsinformationstag, sondern auch an neuen Funktionen wie der des Berufskoordinators zeigen würde. Im Vergleich zu seiner Schulzeit könnten sich heutige SchülerInnen glücklich schätzen, auf ihrem Berufsfindungsweg unterstützt und begleitet zu werden.

 

Anschließend stellte KBO (komm.) Melchior den SchülerInnen kurz das Tagesprogramm vor und versorgte sie mit Basisfakten zu Studienwahl und –abbruch. Die neue Situation der Abiturienten besteht demnach darin, dass durch die auf 50% des Jahrgangs gestiegene Anzahl von Abiturienten sowie die verbesserten Notendurchschnitte der Konkurrenzdruck an den Hochschulen weiter steigt. Gleichzeitig oder vielleicht deshalb verzeichnen die Universitäten hohe Studienabbruchsquoten (in MINT-Fächern teilweise über 40%). Um so wichtiger wird dann die passende Wahl des Studiengangs, der zu den jeweiligen Fähigkeiten und Zielen der Abiturienten passen muss.

 

Florian Lohrentz ging in seinem interaktiven Vortrag „Erfolgreich bewerben – Unternehmen begeistern“ dann noch einen Schritt weiter. Lohrentz entwickelte den Bewerbungsprozess und stellte das Bewerbungsschreiben in den Mittelpunkt. Wie entscheidend Ersterer ist, kann man bereits an einer exemplarischen Zahl ablesen: Audi stellte im Jahr 2014 von 130.000 Bewerbern nur 3.500 ein, also ca. jeden 40.! Der typische Verlauf eines Bewerbungsprozesses muss zwischen firmeninterner und bewerberzentrierter Perspektive unterschieden werden. Die Firmen spannen den Prozess vom Bewerbungseingang bis den (oft mehreren) Bewerbungsgesprächen. Um bei dem Selektionsprozess immer auf der „Short List“ zu stehen werden Minimalscreenings der Bewerbung angestellt: Vollständigkeit der Unterlagen, ihre äußere Form und andere formale Mindestvoraussetzungen spielen hier eine Rolle. In einem weiteren Screening werden dann fachliche Kriterien sowie Motivation, Interesse und Soft Skills wie Teamfähigkeit geprüft. Entscheidend ist demnach, wie man sich von anderen Bewerbern abhebt. Neben der obligatorischen Vollständigkeit sollten Bewerbungsunterklagen vor allem ordentlich, strukturiert und sprachrichtig sein. Dabei stehen nach einhelliger Sicht vieler Experten die Anschreiben im Vordergrund, da sie große Aussagekraft zu Motivation, Fähigkeiten und der Fähigkeit besitzt, sich selbst zu präsentieren. Ein Anschreiben sollte sich zielstrebig und aussagekräftig auf vier Kernaspekte konzentrieren: Interesse des Bewerbers für die Firma, Interesse des Bewerbers für die Stelle, Fähigkeiten und Erfahrungen.

 

Florian Lohrentz bot den SchülerInnen zum Abschluss dann eine nicht triviale Aufgabe, in der sie sich zwischen vier BewerberInnen nur anhand der Anschreiben begründet entscheiden mussten. Die Diskussion im Anschluss zeigte, wie schwer, aber auch nachvollziehbar Entscheidungen von Personalverantwortlichen sein können.

 

Zum Schluss gab Herr Lohrentz noch einen Ausblick auf zukünftige Bewerbungsverfahren, die online ablaufen werden. Die Präferenz der Firmen von Online-Bewerbungen nehmen stetig zu, die für Bewerbungsmappen stetig ab. Große Firmen haben dafür ganze Bewerbungsportale aufgebaut. Die Vorteile für Firmen wie Bewerber liegen auf der Hand: Schnelligkeit und enorme Kostenreduktion.

 

 

Dr. Joachim Schulz beriet die SchülerInnen in seinem einstündigen Vortrag, wie sie den richtigen Beruf finden können. Da die SchülerInnen während ihrer Q-Phase teilweise von vielen Seiten in offener wie versteckter Weise werblich angesprochen werden („Beratung“), muss auch von dieser Stelle immer wieder betont werden, dass die Agentur für Arbeit eine kompetente, erfahrene, vor allem jederzeit unabhängige Beratung über den gesamten Arbeits- und Studienmarkt leistet und auch leisten kann. Denn die Wege nach dem Abitur sind so vielfältig wie unterschiedlich, reichen sie doch von einem Auslandsjahr über ein FSJ oder eine betriebliche Ausbildung bis zum Universitätsstudium. Ähnlich dem Modell der Berufs- und Studienorientierung für P-Seminare unterschiedet Schulz auch zwischen dem Angebot des Studien- und Arbeitsmarktes, den Fähigkeiten und Interessen wie Zielen der Schulabgänger, die in ein Passungsverhältnis zu bringen sind. Dabei wird der Markt der Studien immer unübersichtlicher. Der Hochschulkompass (hochschulkompass.de) kennt mittlerweile ganze 10.500n Möglichkeiten eines ersten Studienabschlusses. Dem stehen nur 500 Ausbildungsberufe gegenüber (siehe abi.de/ausbildung).

 

Der den SchülerInnen in der Pause verteilte Katalog Studienwahl.de (auch dort stets aktuell) nimmt die wichtigen Reduktionen vor, indem zwischen Studienfeldern (z.B. Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurswissenschaften) und Abschlüssen (Diplom, Bachelor, Master, Doktor), aber auch Berufsfeldern (Landwirtschaft, Metall, Bau usw.) unterschieden wird.

 

Eine wichtige Rolle spielen dabei Orientierungs- und Eignungstests. Das SET (Selbsterkundungstool) lotet die Fähigkeiten und Kompetenzen eines Probanden in ca. 150 min aus. Das Online-Self-Assessment-Portal (OSA) ist ein vergleichendes Portal für Eignungstest (Assessment-Tests) unterschiedlichster Abschlüsse und Studien. Schließlich bietet die AA den SFBT (Studienfeldbezogener Beratungstest) als dreistündigen Eignungstest für sechs wichtige Studienfelder an.

 

Solche Tests und entscheidungsvorbereitende Maßnahmen gewinnen angesichts erschreckender Studienabbrecherzahlen (ca. 30%) an Bedeutung. Interessanterweise spielen Leistungsprobleme die primäre Rolle beim Abbruch. Eben diese sollten jedoch nicht auftreten, wenn man Leistungs- und Eignungstests zuvor absolviert hat. Zur Auflockerung bot Dr. Schulz einen Block „Fakten lernen“ aus dem Medizinertest probeweise an, bei dem die SchülerInnen testen konnten, wie gut die Fakten behalten und verarbeiten können.

 

Der zweite Teil des Vortrags befasste sich mit Terminhinweisen, die oft übersehen und meist panikartig zu spät realisiert werden, den Studienzulassungsvoraussetzungen sowie dem auch am GGM immer beliebter werdenden dualen Studium, bei dem Vorlauf- und Bewerbungszeiten von 1,5 Jahren anzusetzen sind.

 

Nach der Verabschiedung der Referenten schloss Melchior den Berufsinformationstag mit Hinweisen auf die Organisation, den Ablauf wie auch die Notengebung der P-Seminare. Einige SchülerInnen nahmen auch das persönliche Beratungsangebot von Dr. Schulz an, das dieser auch wieder am 17. Oktober bei uns anbieten wird.

 

 

 

 

 

StR W. Melchior M.A.

Koordinator für die Berufsorientierung (komm.)

 

 

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