The American Way

Nach über einem Jahr sehnlichstem Wartens durften wir in den Osterferien 2018, dank des GAPP Austauschprogrammes nach Amerika fliegen. Am 29.03.2018 ging es also für 16 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des GGMs über den großen Teich.

 

Am Flughafen in Portland wurden wir von einem typischen amerikanischen gelben Schulbus abgeholt, was unsere Miene nach 12 Stunden Flugzeit und 9 Stunden Zeitverschiebung sofort erhellte. Begeisterung rief auch das tolle Hotel hervor, in dem es sich königlich frühstücken ließ, wie wir am nächsten Morgen feststellten. An unserem ersten Abend in Portland fielen die meisten von uns jedoch erstmal hundemüde ins Bett, nur die ewig Hungrigen begaben sich in der näheren Umgebung des Hotels noch auf Abendessenssuche. Ziemlich schnell gewöhnten wir uns an die neue Umgebung und wollten gar nicht mehr von Portland weg. An unserem zweiten Tag dort erfuhren wir im Oregon Historical Society Museum nicht nur viel Interessantes über amerikanische Geschichte, sondern besichtigten auch einen wunderschönen chinesischen Garten, in dessen Idylle unsere innere Ruhe wieder einkehrte. Später verbrachten einige von uns einen unvergleichlichen Abend beim Basketballspiel der Portland Trail Blazers gegen die L.A. Clippers, während es sich die anderen in einem Thai-Lokal gut gehen ließen. Am nächsten Tag ging’s schon in aller Früh los nach Eugene. Auf dem Weg dorthin machten wir allerdings einen Abstecher an die Pazifik-Küste, an der wir Wale beobachten konnten, was für ein Erlebnis! Weiter ging’s nach Cannon Beach, wo manche von uns sich tatsächlich bei eisigen Wassertemperaturen ins Meer wagten. Danach fuhren wir in die Hauptstadt von Oregon, Salem, und besichtigten das beeindruckende Kapitol. Eine Allee von blühenden japanischen Zierkirschen versüßte uns den einmaligen Anblick. Spätestens jetzt aber stieg die Aufregung ins Unermessliche, da wir schließlich nur noch wenige Minuten vor unserem Wiedersehen mit den Austauschpartnern und dem Kennenlernen der Familien standen, in denen wir die nächsten zwei Wochen verbringen würden. Als wir endlich an der Willamette High School in Eugene ankamen und dort mit großem Jubel und Geschenken von unseren Gastfamilien empfangen wurden, löste sich die Spannung in allgemeines Wohlgefallen und wir genossen unser Willkommensessen, ein Potluck Dinner, zu dem alle Gastgeber beigetragen hatten. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurden wir herzlichst in die Heime unserer Familien aufgenommen, die unser zweites Zuhause werden sollten. Neben dem hochinteressanten täglichen Schulleben an der Willamette High School durften manche von uns u. a. amerikanische und mexikanische Feste miterleben, wurden zu verschiedensten Restaurantbesuchen eingeladen, auf Ausflüge in einen State Park mit Wasserfällen, hinter denen man durchlaufen kann, mitgenommen und in Outletmalls zum Shopping gefahren, wo v. a. das weibliche Herz höher schlug. Jedoch waren das nicht die einzigen Highlights. Ein gemeinsamer Küstentrip am Wochenende zu der einmaligen, meilenlangen Sanddünenlandschaft am Pazifik und zum Oregon Aquarium, der Besuch des Footballstadions und des Campus‘ der University of Oregon, viele Fahrten mit dem gelben Schulbus, gemeinsames Lasertaggen und das Abschiedsfest an der Willamette Highschool, auf welchem wir unsere bayrische Tracht trugen, womit wir unsere amerikanischen Freunde zum Staunen brachten, seien hier erwähnt. Die amerikanische Gastfreundlichkeit führte letztendlich dazu, dass sich jeder von uns so wohlfühlte, dass niemand nach zwei Wochen schon wieder nach Hause fahren wollte und der Abschied tränenreich war. Auch wenn uns zu Beginn der Reise der amerikanische Stil noch fremd war, so gewöhnten wir uns extrem schnell daran und vermissen ihn nun umso mehr. Wo sind die großen Supermärkte, die praktisch immer offen haben, wo ist die herzliche Freundlichkeit aller Menschen, wo der gemütliche Pace auf den Straßen?

 

Wir bedanken uns herzlichst bei Frau Gastpar und Frau Gratzer, die diese Fahrt so reibungslos organisiert, uns im Homeroom täglich mit Rat und Tat zur Seite standen, bei Frau Bäumler, welche den Austausch von Beginn an begleitete und aus der Ferne auch bei der Firma Stahlbush, deren Gründerehepaar uns in einem Restaurant 500 $ fürs Essen spendete, und das anonym. Nur dank der umtriebigen Recherche von Frau Petty, der Organisatorin des Austausches auf amerikanischer Seite, erfuhren wir von der Identität der Spender. Es handelte sich um ein Unternehmerehepaar, das zufällig in dem Restaurant an der Küste zu Mittag aß, als wir mit unserer Gruppe dort einfielen. Offensichtlich erklärte ihnen Frau Petty auf Nachfrage das Wichtigste zu unserem Austausch und das Ehepaar war so begeistert darüber, dass es dem Lokal spontan die genannte Geldsumme zur Reduktion unserer Rechnung hinterließ. Das Paar selbst bereut laut eigener Aussage, nie deutsch gelernt zu haben, was es wohl letztendlich zu dieser Wohltätigkeit bewegte.

 

Dieses außergewöhnliche Erlebnis rundet unsere wunderbaren Erfahrungen in den USA gebührend ab und für viele von uns war dieser Austausch sicherlich nicht der letzte Berührungspunkt mit dem American Way. Freundschaften, hoffentlich für’s Leben, sind entstanden und wollen schließlich auch in Zukunft gepflegt werden.

 

 

 

 

 

 

Eva-Maria Bauer und Katharina Weiß

 

 

Zurück zur Startseite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


© 2018 Gabelsberger-Gymnasium Mainburg.    Alle Rechte vorbehalten.    Impressum