Mainburg/Regensburg. Die Klasse 10a des Gabelsberger-Gymnasiums Mainburg besuchte im Rahmen des Deutschunterrichts das Theater am Haidplatz, um sich die Derniere der Uraufführung von Aron Lehmanns Film-Komödie „Die letzte Sau“ in der Inszenierung von Julia Prechsl anzuschauen.


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(c) Martin Kaufhold/ Theater Regensburg


Es ist Donnerstag, der 5.März, kurz nach 19 Uhr. Der relativ kleine Theatersaal füllt sich. Die Vorfreude steigt, denn es ist für so manche Schüler/innen sogar das erste Mal, dass sie ein richtiges Theater besuchen. Der Boden der Bühne ist mit Heu bedeckt und die Wand besteht aus gitterartigem Holz. Nun treten die Hauptcharaktere auf die Bühne. „Das ist das Märchen vom Baua Huaba“, beginnen sie - und abrupt wird der kleingewachsene Saal mucksmäuschenstill.

 

Kleineren landwirtschaftlichen Betrieben fehlt es häufig an Mitteln, wie staatlichen Subventionen, um mit Großkonzernen mithalten zu können, wodurch häufig die Existenz der Kleinbauern gefährdet wird. Diese Problematik bildet den Mittelpunkt des Geschehens für „Kleinbaua Huaba“.

 

Die Handlung des Theaterstücks basiert auf dem Problem der Massentierhaltung, welche sich besonders negativ auf kleinere landwirtschaftliche Betriebe wie den von Bauer Huber auswirkt. Die kleinen Landwirtschaftsbetriebe können im Gegensatz zu großen Agrarfabriken nicht länger existieren. Deswegen steht auch der Hof von „Kleinbauer Huber“ kurz vor dem Ruin. Die große Liebe zwischen Bauer Huber und seiner Freundin Birgit droht zu platzen, als diese einen in Brandenburg liegenden Filialbetrieb ihres Vaters übernehmen soll und sich gleich auf dem Weg dorthin begibt. Zu allem Übel stürzt noch ein Meteorit vom Himmel und zerstört Hubers Hof völlig. Deshalb ist der Arme frustriert. Hubers Hausschlachter Willi, der auch am Problem der Massentierschlachtung immer mehr verzweifelt, nimmt sich aus Existenzangst und Verzweiflung das Leben. Deprimiert denkt sich der Kleinbauer, dass man ihm nichts mehr nehmen könne. Demzufolge macht er sich auf eine Reise ohne Ziel. Er hängt sich ein Gewehr um, setzt die letzte überlebende Sau in den Beiwagen seines Mopeds und macht sich auf den Weg nach Norden.

 

Mit „Die letzte Sau“ gelingt der Regisseurin Julia Prechsl eine gelungene Adaption des Filmstoffs von Aron Lehmann.

Die Konzeption des Stücks wird durch den niederbairischen Dialekt harmonisch gestaltet und bewahrt somit die Tradition unserer Heimatsprache.

 

Positiv aufgefallen sind auch die durchwegs starken schauspielerischen Leistungen. Dies konnte man besonders an den Anfangspassagen beobachten. Die Authentizität des Werks wird durch die Entblößung eines Darstellers veranschaulicht. Auch wenn es sicherlich für so manchen Schüler eine etwas unangenehme Situation ist, wenn plötzlich ein nackter Mann auf der Bühne steht, so sieht man durch die Nacktheit und Scham Hubers erst dessen verzweifelte Lage: Er hat nichts mehr, noch nicht einmal Kleider am Leib. Zugleich wird das Publikum durch die unerwartete Enthüllung überrascht und verfolgt aufmerksam die weitere Handlung des Stücks.

 

Begleitet wurde das Stück von den Anarcho-Liedern Rio Reisers. Sie wurden von den Theaterspielern selbst gesungen und von einer Band vor Ort begleitet. Dies verstärkte die ohnehin schon hohe Emotionalität des Stücks noch einmal und machte aus Theater auch ein Stück weit ein unterhaltsames Potpourri. Dies kann man besonders beim traurigen Liebeskummergesang Birgits mitempfinden.

 

Die Komödie macht ihren Namen alle Ehre, denn das ganze Stück ist mit reichlich Humor gespickt. Der Zuschauer wird ständig zum Schmunzeln gebracht. Dies gelingt beispielsweise durch die Verwandlung des toten Metzgers in die „letzte Sau“.

 

Zum Schluss wurde die Vorstellung mit viel Applaus bedacht, den sich die Darsteller und Regisseurin redlich verdient hatten.

Regensburg wir kommen wieder!

 

 

Tim Hofbauer, 10a (17.03.2020)

 

 

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