Projekt „Zeitung in die Schule“ am GGM

 

„Zeitung – das ist doch nur was für alte Leute!“ – in diesem Satz spiegelt sich die Meinung zahlreicher Jugendlicher wider, die in erster Linie digitale Medien nutzen, um sich über das tagespolitische Geschehen zu informieren. Doch wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem Medium Zeitung in der Schule ist, zeigt sich nicht zuletzt an den zahlreichen sogenannten Fake-News, die vor allem in sozialen Netzwerken verbreitet werden. Mit diesem Begriff werden Nachrichten bezeichnet, die aus unseriösen Quellen stammen und die Absicht haben, die Meinung der breiten Bevölkerung nach Belieben zu beeinflussen. Genau an dieser Stelle setzt das Projekt „Zeitung in die Schule“, an dem zahlreiche Zeitungsverlage beteiligt sind, an: Es gilt angesichts des alarmierenden Rückgangs der Anzahl der Jugendlichen, die regelmäßig eine Tageszeitung lesen, und der gleichzeitigen Zunahme der Rezeption digitaler Angebote das Medium Zeitung bei Schülerinnen und Schülern als zuverlässige Informationsquelle ins Bewusstsein zu rufen und als wirkliche Alternative zu präsentieren. Dass sich dabei digitaler Wandel und traditioneller Zeitungsverlag nicht ausschließen, zeigen die zahlreichen digitalen Angebote der Zeitungsverlage, die im Rahmen eines Zeitungsprojekts in der Schule nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Nur durch die frühzeitige und intensive Auseinandersetzung und das Aufzeigen von Alternativen zu sozialen Netzwerken kann ein reflektierter Umgang der Schülerinnen und Schüler mit Medien erreicht werden. Um ihnen die gedruckte Tageszeitung als weitere Möglichkeit der Informationsentnahme näher zu bringen, lernten sie den Herstellungsprozess einer Tageszeitung im Rahmen eines Besuchs in der Druckerei der Landshuter Zeitung näher kennen.

 

Wie eine Tageszeitung entsteht - Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums zu Besuch in der Druckerei der Landshuter Zeitung


Auf Einladung der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung haben nacheinander drei 8. Klassen des Gabelsberger-Gymnasiums Mainburg im Rahmen ihrer Teilnahme am Projekt „Zeitung in die Schule“ in den vergangenen Tagen vor Ort erkundet, wie das Medium Zeitung tagtäglich neu entsteht und die ganze Region mit aktuellen Nachrichten versorgt.

 

Vormittags, 10 Uhr: Die Klassen 8b, 8d und 8e des GGM kommen in der Porschestraße in Landshut an: Neugierig und erwartungsvoll stehen sie, zusammen mit ihren Deutschlehrern, vor einem modernen Zweckbau, in dem sich ein Nebensitz und die Druckerei befinden. Nach intensiver Auseinandersetzung mit der Medienlandschaft in Deutschland, mit dem Aufbau und den Bestandteilen einer Tageszeitung und der täglichen Lektüre der seit zwei Wochen kostenfrei an die Schule gelieferten „Hallertauer Zeitung“ war es nun soweit: Fernab von Schulbänken und Tafel stand an diesem Morgen der konkrete Entstehungsprozess einer Tageszeitung im Mittelpunkt des Unterrichts.

 

Auf Transportbändern vorbeifliegende Zeitungen, ohrenbetäubender Lärm und der Geruch frischer Druckbögen - das alles erwarteten sich die Schülerinnen und Schüler vom Besuch in Landshut. Vom freundlichen Leiter des Rundgangs, dem langjährigen Chef vom Dienst Falk Bottke, in Empfang genommen, stellten die Besucher aus der Hallertau jedoch schnell fest: Der Ablauf in einer Druckerei unterscheidet sich deutlich von dem eines normalen Schulalltags: Ebenso hektisch, aber zu völlig anderen Zeiten - so wurde man in einem zu Beginn des Rundgangs gezeigten Video aufgeklärt - erfolgt der Druck der Tageszeitung: Vormittags ist fast nichts los, erst nachmittags beginnt der Trubel und um 1.30 Uhr am Morgen verlassen die letzten druckfrischen Tageszeitungen das Verlagsgebäude!

 

Etwas enttäuscht darüber, keine laufenden Maschinen sehen zu können, aber dennoch beeindruckt von der Vielzahl an Einblicken in besagtem Video und von den informativen Ausführungen Bottkes - z.B. über die Strukturen der Mediengruppe, die beteiligten Berufsgruppen bei der Erstellung einer Zeitung, aber auch über Presserecht und Pressefreiheit - begann der Rundgang in der Druckerei. Zunächst mit einer Zeitreise in die Vergangenheit, die den rasanten technischen Fortschritt verdeutlichte: Anhand einer ausgestellten historischen Bleisatz-Druckpresse, die in krassem Gegensatz zur kürzlich neu installierten vollautomatischen Anlage mit modernster Offset-Drucktechnik stand, wurde allen Schülerinnen und Schülern bewusst, mit wie viel Aufwand und gesundheitlichen Risiken der Druck in der Vergangenheit verbunden war. Vorbei an den lichtdurchfluteten Großraumbüros der Beschäftigten vollzogen die Besucher nun den weiteren Weg der zu druckenden Zeitung nach: „Zuerst werden die für den Druck frei gegebenen Seiten auf Aluminiumplatten aufgebracht, die von der Druckmaschine wiederum aufgenommen und mit den Grundfarben Rot, Gelb, Blau und Schwarz bedruckt werden“, berichtete Bottke. Doch Stille empfing die interessierten Schülerinnen und Schüler auch in der großen Halle mit der Offset-Druckanlage, an der tagsüber nur Reinigungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt werden. „Erst ab 18.30 Uhr herrscht hier Hochbetrieb“, bedauerte der Leiter der Führung und bemühte sich sehr den komplizierten technischen Ablauf so genau und anschaulich wie möglich zu erläutern. Beeindruckt war man dabei v.a. von den 8-12 Rollen Papier, die die Rotationspresse während eines Druckvorgangs jede Nacht durchlaufen, und die jeweils eine Tonne wiegen und rund 20 km lang sind.

 

Von dort aus transportiert man die fertigen Zeitungen mithilfe eines Förderbandes in die nebenstehende Halle, wo Werbeprospekte maschinell in die jeweiligen Ausgaben einsortiert werden. In größere Bündel verpackt, sind die Zeitungen nun bereit zur Auslieferung. Und dank 1500 Zustellern unter Vertrag der Mediengruppe, haben rund 120000 Leser die Regionalausgabe ihrer Tageszeitung dann schon frühmorgens druckfrisch auf dem Frühstückstisch. Insgesamt eine organisatorische und logistische Herkulesaufgabe, die die Schülerinnen und Schüler sehr beeindruckt hat.

 

 

 

StRef‘in Reitinger

 

 

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