Kurzstudienfahrt der Q11 nach Weimar

Vom 8. bis zum 10.6. opferten 13 Schüler aus den Deutschkursen 3 und 5 zusammen mit ihren Kursleitungen Anja Spreider und Wolfgang Melchior ihr Wochenende für eine kurze Studienfahrt in die Schiller-und Goethestadt Weimar.

 

Als man sich nach einer etwa fünfstündigen Anfahrt im Hostel einquartiert hatte, ging es am Abend zunächst nicht um die Weimarer Klassik, sondern amerikanisches Popcornkino. Doch dafür sollte am folgenden Samstag im Bezug auf die Stadt Weimar, Schiller und Goethe kein Highlight ausgelassen werden.

 

Den Auftakt bildete am Vormittag eine Stadtführung ausgehend vom Marktplatz der Stadt: vor dem Rathaus aus dem Jahr 1841 und dem Hotel Elephant, das schon für viele (kultur-)historische Ereignisse als Bühne diente (Manns Roman Lotte in Weimar wie auch Hitler als Huldigungsort). Von dort ging weiter vor die renommierte Hochschule für Musik „Franz Liszt“ und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Dann wurden wir durch den Stadtpark an der (Thüringer) Ilm geführt, in dem schon zu Goethes und Schillers Zeiten die bessere Gesellschaft wie der Pöbel gleichermaßen Entspannung suchten. Der Rundgang endete schließlich gegen Mittag an der Weimarer Fürstengruft, in der noch heute Goethes Gebeine zusammen mit den Mitgliedern der Herrscher von Weimar begraben liegen. Auch Schillers Sarg wird dort verwahrt – das Skelett des Dichters ist jedoch immer noch verschollen.

 

Die nächste Station war am frühen Nachmittag das Schiller-Museum, zu dem auch das einstige Wohnhaus Schillers gehört. Uns wurden intime Einblicke in das Alltags- und Arbeitsleben des Großdichters gewährt, aber es wurde auch das teils turbulente Leben des Familienmenschen Schiller, seiner Frau, seiner Kinder und seines Haushalts behandelt, wobei zahlreiche Kopien und Rekonstruktionen von Originaldokumenten und zeitgenössischen Möbeln Schillers Welt zum Leben erweckten.

 

Obwohl sich Schiller ein für die damaligen Verhältnisse durchaus ansehnliches Anwesen erworben hatte, konnte er dem repräsentativen Stadthaus seines Dichterfürstenkollegen Goethe, der als hoher Beamter bei Hofe über ein exzellentes Auskommen verfügte, nicht das Wasser reichen. In dieser nächsten Station öffnete sich uns ein kleines Tor in die Gefühls- und Gedankenwelt Goethes, der zahlreiche antike Statuen sowie Kupferstiche, Zeichnungen und Gemälde in seinem Haus sammelte. Auch sein privates und berufliches Leben wurde ausführlich beleuchtet.

 

Den Höhepunkt des gesamten Wochenendes war natürlich die Aufführung von Faust II im geschichtsträchtigen Deutschen Nationaltheater. Goethe greift in seinem Werk zahlreiche damals zeithistorische Thematiken auf, die für uns heute auch noch von entscheidender Bedeutung sind, was das Schauspielensemble effektvoll und ohne Scheu vor klaren politischen Aussagen erfrischend inszenierte. Kurz vor dem Theater nahmen wir noch an einer thematischen Einführung für Interessierte teil, was es erlaubte, den komplexen Theaterstoff besser einzuordnen. 

 

Der dritte und letzte Tag rundete die Studienfahrt mit einem Besuch von Goethes Gartenhaus unweit der Ilm ab, das der Dichter nicht nur in seiner Anfangszeit in Weimar bewohnte, sondern ihm noch später als Zufluchtsort vor den Lasten der Verwaltung sowie als Entspannungs- und Inspirationsquelle diente. Gegen Mittag brachen wir dann zwar als erschöpfte, aber geistig bereicherte Menschen wieder in die Heimat auf.

 

Maximilian Thiel Q11

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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