Faszinierend - dafür ist Theater gemacht!

 

„Die Abenteuer der Maulina Schmitt“ in der Inszenierung von Jule Kracht am Stadttheater Ingolstadt beeindrucken die Schüler des Gabelsberger-Gymnasiums Mainburg

 

Mainburg/Ingolstadt. Die Klassen 5c und 5e des GGM besuchten im Rahmen des Deutschunterrichtes die Ingolstädter Werkstattbühne, um sich die Inszenierung des ersten Teiles von Finn-Ole Heinrichs Kinderbuch-Trilogie „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“ in der Inszenierung von Jule Kracht anzusehen: Theater, das verblüfft und fordert zugleich, keine leichte Kost, aber ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst!

 

Der Handlungsaufriss ist rasch skizziert. Die zehnjährige Maulina versteht die Trennung der Mutter von ihrem Vater nicht. Auch der Umzug aus einem schönen Heim mit Garten in die steril wirkende, behindertengerechte Wohnung „Plastikhausen“ bleibt Maulina zunächst ein Rätsel; bis sich die Mutter ihr gegenüber als schwer erkrankt offenbart mit der Aussicht, bald im Rollstuhl zu sitzen. Das alles ist nicht alltäglich, aber es kommt vor. Sehr speziell jedoch ist es, wie Maulina, die eigentlich Paulina heißt, dagegen „anmault“. Sie weigert sich den Kopf in den Sand zu stecken und alles als Gegeben hinzunehmen: „Manchmal musst du das Leben zusammenrollen, in den Anspitzer stecken und sagen: ‚So nicht, liebe Welt!“‘, ist ihr Motto. Dabei wird sie tatkräftig von ihrem Großvater, dem „General von Käse“, und ihrem neuen Schulfreund Paul unterstützt, der nicht viel sagt, aber immer zu ihr hält. Ihr Optimismus und der unwiderstehliche Kakao ihrer Mutter entwickelten im Verlaufe des Stückes eine Strahlkraft, der man sich schwer entziehen konnte und die die Kinder über das etwas abrupte Ende, das viele beklagt haben, hinwegtröstete. Dieses ist vorwiegend der Tatsache geschuldet, dass nur der erste Teil der Kinderbuchtrilogie, „Mein kaputtes Königreich“, auf die Bühne gebracht worden ist und es den Zuschauern nicht bekannt war, wie der Erzählfaden im Original weitergesponnen wird. Dies zu wissen muss aber auch nicht unbedingt sein. Das Gegebene gab genug zu denken, zu staunen und später im Klassenverband zu diskutieren: Verblüffend fand man insbesondere auch das technisch Mögliche, das bruchlose Ineinandergreifen von Schauspiel und Videoinstallationen, die auf wenigen Quadratmetern die ganze Welt der Maulina vergegenwärtigen konnten. Beeindruckend war aber v.a. das Spiel von Olivia Wendt als Maulina, das einem das Kind in sich selbst wiederentdecken und die Denkweise der Erwachsenen als reichlich verquer erscheinen ließen. Zum Beispiel die der Mutter, die als Trennungsgrund angibt, dem eigenen Ehemann ihre Krankheit nicht zumuten zu wollen. Das verstehe, wer will. Gut, dass im Anschluss ans herausfordernde Theater noch Zeit für einen Verdauungskakao in Form eines Eises an einem ungetrübt sonnigen Vormittag war. Theater Ingolstadt, wir kommen wieder!

 

 

 

StD Fiesel

 

 

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