„Die Brandstifter“ und „Der Zauberlehrling“ am GGM!


Lavinia Würfl inszeniert ihre neue Kriminalgeschichte „Die Brandstifter“ – würdig flankiert durch zwei Interpretationen des „Zauberlehrlings“


Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Das ist leicht gesagt, es zu begreifen und danach zu handeln ist ein schwereres Kaliber, insbesondere wenn man selbst noch nicht so oft auf die Nase gefallen ist. So etwa die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5b und 5d des Gabelsberger-Gymnasiums Mainburg, denen am „11. Bundesweiten Vorlesetag“ gleich auf zweierlei Weise vor Augen geführt wurde, dass Selbstüberschätzung fatale Folgen haben kann: Durch Rollenspiele zu Goethes „Zauberlehrling“ und eine szenische Lesung der „Brandstifter“, ein von der Sechstklässlerin Lavinia Würfl selbst verfasstes historisches Erzählstück.

Unter Leitung der Deutschlehrer Anja Spreider und Erwin Fiesel wurde den Schülerinnen und Schülern der Klassen 5b und 5d am 21.11. 2014 ein besonderes Vergnügen bereitet. Sie durften sich zurücklehnen und es wurde ihnen vorgelesen. Und nicht nur das: Das Gelesene wurde szenisch interpretiert, es wurde ihnen vorgespielt, so dass für Ohr und Auge etwas geboten wurde und obendrein der Verstand aufgefordert war Original und Spiel vergleichend zu deuten und zu bewerten. Den Rahmen der einstündigen Veranstaltung bildeten zwei Interpretationen des Zauberlehrlings von Goethe, den jeweils sechs Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b auswendig vortrugen und vorführten. Erstaunlich, mit welchem Ideenreichtum auf einer nackten Bühne zusammengespielt wurde, um für jeden einmal verständlich zu machen, was es mit den Geistern, die man ruft und nicht mehr loswird, eigentlich auf sich hat. So mancher entdeckte dabei auch noch seine Begeisterung für das Spiel vor Publikum, so dass die Theatergruppen am GGM wohl auf Nachwuchs hoffen dürfen.

 

Im Zentrum des vergnüglichen Deutschunterrichts stand jedoch die Erstaufführung der von Lavinia Würfl selbst verfassten Geschichte „Die Brandstifter“. Die Sechstklässlerin ist schon mehrfach als Autorin aufgetreten und hat auch schon an mehreren Wettbewerben erfolgreich teilgenommen. Dieses Mal erfreute sie ihr Publikum mit einem ganzen Team ihrer Mitschülerinnen aus der Klasse 6b, die die verschiedenen Rollen auf der Bühne verkörperten und mit wenigen Requisiten und einem aus dem Handgelenk auf die Tafel gebrachten Kulissenbild das Mittelalter wiederauferstehen ließen. Lavinia selbst agierte dabei in der Rolle des Erzählers und Impulsgebers für das halbe Dutzend beteiligter Charaktere, die einen geheimnisvollen Kriminalfall auf der Bühne aufrissen, abwickelten und schließlich aufklärten, nicht zuletzt deswegen, weil der Lump im Stück über seine eigene Dreistigkeit stolperte. In professioneller Manier leitete Lavinia durch die verwickelte Erzählung, die dem Zuhörer volle Konzentration abverlangte, auch indem sie ihre perfekte Lesung immer wieder an kritischen Stellen für ein Literaturgespräch unterbrach und so die Aufmerksamkeit der Schüler spannte und lenkte. Ein Glück war, dass die Geschichte – wie auch der Zauberlehrling – ein versöhnliches Ende fand, sie hatte in Lavinia ihren Meister gefunden, so wie auch die szenischen Lesungen versöhnlich mit Lebkuchen endeten und die gespannten Gemüter beruhigten.

 

OStR E. Fiesel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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