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Mit der Einladung an den Autor Nico Bleutge zu einer Lesung wollte Studiendirektorin Veronika Gastpar den Schülerinnen und Schülern der Q12 Einblick in moderne Gedichte und in die Arbeit eines Lyrikers vermitteln. Nico Bleutge, der in Pfaffenhofen das Gymnasium besuchte und heute in Berlin wohnt, hat Neuere Deutsche Literatur, Allgemeine Rhetorik und Philosophie studiert und wurde für seine Gedichte vielfach ausgezeichnet.

 

Nach einer kurzen Lesung erklärte Bleutge den jungen Damen und Herren, dass ein Gedicht für ihn wie eine Geheimkapsel sei. Es seien nicht nur ein paar Zeilen, die sich reimen. Ein Gedicht könne in die verschiedensten Richtungen interpretiert werden, sei vielfältig und nach allen Seiten offen. Im Alltag werde die Sprache immer mit eindeutiger Bedeutung verwandt, im Gedicht sei alles möglich. In jedem guten Gedicht schwingen Musik und Rhythmus mit. Bleutge wollte den Lesern keine klaren Vorgaben machen, dieser solle Raum für die unterschiedlichsten Interpretationen haben. Dies sei die wirkliche Kunst in der Lyrik. Sie solle wie ein Kaleidoskop sein, mit vielen Facetten, je nach Leser. Wenn dieser die Möglichkeit habe, ein Gedicht selber zu interpretieren und seine für ihn eigene Lesart zu verwenden, dann könne Lyrik auch sehr spannend sein. 

 

Den Schülern riet Bleutge, sich einmal die Zeit zwischen Wach-Werden und Wach-Sein genauer zu besehen. Noch halb in der Traumwelt gefangen, nehme das wirkliche Leben langsam Formen an. Man werde langsam wach und komme in die Realität. Wichtig sei auch noch, ein Gedicht in verschiedenen Arten zu lesen, um auf sein Geheimnis zu kommen. Die von Eltern oft verbotenen Comics seien auch eine Anregung. In deren  kleinen Wörtern stecke viel Phantasie. Jeder Leser könne sie anders interpretieren. Das gebe Raum und sei auch ein wenig daran schuld gewesen, dass Autor Bleutge die Liebe zur Lyrik entdeckte. Mit kleineren Gedichten stellte er diese Behauptung unter Beweis. Nach einigen weiteren Texten nahm sich der Autor die Zeit, die zahlreichen interessierten Fragen zu beantworten, die noch mehr Einblick in seine Werke und deren Verständnis gaben. Interessant für künftige Dichter war, dass man immer einen Zettel bei sich haben sollte, um  Ideen und Gedanken, die einem im täglichen Leben kommen, sofort festzuhalten. Und leben könne man von Gedichten eher nicht, aber sie seien eine zusätzliche Einnahmequelle und eine Bereicherung. Wer selber schon Gedichte geschrieben hat, dem empfahl Bleutge, sich an kleinere Verlage zu wenden. Hilfreich seien auch Poesiefestivals oder Literaturhäuser, in denen es Lesungen von Gedichten gibt. An Universitäten werden meist Schreibschulen angeboten, die man nutzen kann, um noch mehr über die Sprache zu erfahren.

 

Auf dem Bild von links: StD’in Gastpar, Nico Bleutge, OStR’in Gratzer

 

Text und Bild: Hallertauer Zeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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